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Kurzfristig sind die Aussichten für die Kultur gut: Das Land hat für 2012 und 2013 den Etat für die Landschaftsverbände aufgestockt. In Südniedersachsen erhöhen sich die verfügbaren Fördermittel um 22.400 auf 413.000 Euro.


Im Landschaftsverband Südniedersachsen haben sich die Landkreise und Städte der Region zusammengeschlossen, um Kultur zu fördern. Der Verband unterstützt das Kulturleben nicht nur mit dem Gutscheinheft „Kulturbonus“, sondern auch mit Zuschüssen. „Letztlich unterstützen wir die kulturinteressierten Menschen, die unser Kulturangebot hier wahrnehmen“, erläutert der Geschäftsführer des Verbandes, Olaf Martin.

 


Kurzfristig sind die Aussichten für die Kultur erst einmal gut: Das Land Niedersachsen hat für 2012 und 2013 den Etat für die Landschaftsverbände aufgestockt. In Südniedersachsen erhöhen sich dadurch die verfügbaren Fördermittel um 22.400 auf 413.000 Euro. Für etwa Dreiviertel dieser Mittel wurden bereits Förderzusagen an Kultureinrichtungen gegeben. Für knapp 100.000 Euro können jeweils zum Ende der nächsten Quartale noch Förderanträge eingereicht werden. Im Jahr 2011 waren 99 Projekte mit etwa 390.000 Euro unterstützt worden.

 


In der langfristigen Perspektive sieht es schwieriger aus. Geschäftsführer Martin hierzu: „Welche Folgerungen sind aus der Kulturforschung für unsere Region zu ziehen? Nicht nur der Landschaftsverband, die Kulturpolitik insgesamt muss auf drei Herausforderungen reagieren: Den Schwund und die Überalterung der Bevölkerung, die Schuldenbremse für die öffentlichen Haushalte sowie die Veränderung bei den kulturellen Gewohnheiten.“ Kulturfreunde würden heute mit den Pop-Idolen ihrer Jugend alt, es sei nicht mehr selbstverständlich, jenseits der fünfzig ein Theaterabonnement zu buchen, so Martin. In Südniedersachsen sei jedoch insgesamt die Altersgruppe „50plus“ sehr kulturinteressiert, die Nachfrage auf einem hohen Niveau. Aber was bringt die Zukunft? „Wir müssen uns jetzt darüber Gedanken machen, welche Kulturangebote auf Dauer gefragt sein werden. Und bei den Jüngeren muss jetzt das Interesse an Kultur geweckt werden“, meint Martin.

 


Über die Finanznot der Kommunen wurde kürzlich auf der Mitgliederversammlung des Landschaftsverbandes diskutiert. Hierzu waren Vertreter des Landes und des Städtetages eingeladen worden. Sie wurden mit der Frage konfrontiert, ob und warum denn immer zuerst bei der Kultur gespart werden müsse. Sollte die Kulturfinanzierung weiterhin als „freiwillige“ Aufgabe der Städte eingestuft werden? Die Antwort lautete überraschend einhellig: Ja! Wenn die Kommunen zum Unterhalt von Kultureinrichtungen per Gesetz verpflichtet wären, stünde dadurch kein einziger zusätzlicher Euro zur Verfügung erläuterten die Vertreter des Landes. Außerdem müsse dann definiert werden, was genau zu diesem Pflichtangebot gehöre - alles andere bekäme dann sicher kein Geld mehr.

 


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Foto: © iStock

 

Published: 12/01/04