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Dichter Dschungel, quirlige Metropolen und romantische Fischerdörfchen: Vietnam hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Wegen seines niedrigen Preisniveaus und der relativen touristischen Unberührtheit war es lange ein beliebtes Reiseziel für junge Rucksacktouristen. Doch längst kommen in Vietnam auch Menschen mittleren Alters auf ihre Kosten: Viele internationale Hotels und Reiseanbieter bieten sowohl Abenteuer als auch Komfort.


Ein Paar gute Wanderstiefel sollte man zwar schon einpacken, wenn man in das südostasiatische Land fliegt, aber das Buschmesser kann getrost zu Hause bleiben. Seit der Wende zur Marktwirtschaft in den 1990er Jahren hat sich das Land vielfältigen Urlaubsmöglichkeiten geöffnet. Neben nach wie vor sehr günstigen, kleinen Unterkünften bietet Vietnam auch größere, zum Teil äußerst luxuriöse Hotels, die Tagesreisen zu nahe gelegenen Sehenswürdigkeiten wie Nationalparks, Tempeln oder zu einem der vielen 110127_vietnam_3Basare organisieren. Große Fluglinien mit einem hohen Komfortstandard wie Lufthansa oder Singapore Airlines fliegen mindestens einmal pro Tag von Frankfurt nach Ho-Chi-Minh-Stadt – dem früheren Saigon – oder in die Hauptstadt Hanoi. Von dort aus lässt es sich bequem in den Süden reisen: Ganz ohne Hektik, in klimatisierten Bussen und mit ausgedehnten Pausen, die viel Zeit zur Erkundung der Umgebung lassen.

 

Besonders die drei UNESCO-Welterbeschätze, die Königsmetropole Hue, die Tempelanlage My Son und die Hafenstadt Hoi An, sind ein Muss für alle Vietnam-Reisenden. Die purpurne Palastanlage in Hue ist der verbotenen Stadt in Peking nachempfunden. Im Gegensatz zu der majestätisch, ruhigen Atmosphäre Hues und My Sons, boomt die Hafenstadt Hoi An. In vergangenen Jahrhunderten war sie für Vietnam das Tor zur Welt. Heute ist sie eine Hochburg des vietnamesischen Kunsthandwerks. In ihren engen Gassen reihen sich zahllose Galerien, Boutiquen und kleine Werkstätten aneinander; im Hafen bieten Fischer ihren frischen Fang an. Eine Kostprobe aus einer der vielen Garküchen lohnt sich allemal. Wer lieber selbst kochen möchte, kann sich von Profis in die Künste der vietnamesischen Küche einweihen lassen: In Hoi An bieten zahlreiche Kochschulen Einführungs- und Intensivkurse für Urlauber.

 

Bei allen Kochkursen ist ein Besuch auf dem Markt Pflicht. Denn hier können alle Zutaten, unter anderem die frischen Kräuter, die Fischsauce und der Reis, die in keinem traditionellen Gericht fehlen dürfen, gekauft werden. Neben traditionellen vietnamesischen 110127_vietnam_2Gerichten, die bis auf die genannten Besonderheiten überwiegend sehr lecker sind, gibt es auch eine durch die ehemaligen Kolonialherren französisch inspirierte Küche. Sie zaubert neben Baguette, köstlich zubereitetem Schweinefleisch auch wunderbare Salate. Was deutsche Urlauber besonders freuen mag: Jede Region in Vietnam braut ihr eigenes Bier.

 

Die Vietnamesen sind für Gastfreundschaft und Offenheit bekannt. Und vielleicht auch dank des großen Einflusses der Lehren von Konfuzius, zu deren Grundtugenden Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und Einsicht gehören, ist Vietnam ein vergleichsweise sicheres Reiseziel, das Touristen gegenüber sehr aufgeschlossen ist. Dennoch sollten Urlauber sich darüber im Klaren sein, dass die scheinbar paradiesische Idylle und riesige tropische Artenvielfalt nur noch in Nationalparks bestehen und die Umwelt- und Tierschutzstandards noch immer stark verbesserungswürdig sind. Ein positives Beispiel vietnamesischen Umweltschutzes ist das Biosphärenreservat Can-Gio im Süden des Landes. Es beherbergt über 440 Tierspezies, darunter viele seltene Wasservögel. Das Reservat lässt sich problemlos von Ho-Chi-Minh-Stadt aus besuchen.

 

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