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Bei den Landkreisen wird überlegt und gestritten, ob man sich und wer sich künftig mit welchem Nachbarkreis zu einer verfassten Region zusammenschließt. In der Kultur arbeiten die Landkreise bereits zusammen. Und das seit 1989.


In jenem Jahr schlossen sich die Kreise Göttingen, Northeim, Osterode und Holzminden zum Landschaftsverband Südniedersachsen zusammen, um gemeinsam die Kulturförderung zu organisieren. Mit dem Geld der kommunalen Mitglieder, des Landes Niedersachsen und einer regelmäßigen Spende der VGH Versicherungen stehen dem Verband jährlich etwa 400.000 Euro zur Verfügung, um kulturelle Projekte und Einrichtungen zu fördern. Im letzten Jahr kamen 99 Zuschüsse zur Auszahlung, die in der Regel zwischen 1.000 und 10.000 Euro betragen. Solche und etliche weitere Zahlen gehen aus dem Doppel-Jahresbericht des Landschaftsverbandes für 2009 und 2010 hervor, der seit kurzem vorliegt.

 

Der Informationspolitik des Verbandes ist anzumerken, dass er sich an der bundesweiten „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ beteiligt: Der Bericht enthält - im Gegensatz zu den oft sehr knappen Informationen anderer Förderer und Stiftungen - eher zu viele als zu wenige Daten. Detailliert wird der Aufwand nachgewiesen, der etwa für die Bearbeitung eines einzelnen Förderverfahrens entsteht (833 Euro). Bei den abgelehnten Förderanträgen recherchiert der Verband, was aus diesen Planungen geworden ist (etwa drei Viertel der Projekte finden trotzdem statt).

 

Auch für 2011 wurden jetzt erste Zahlen vorgelegt, die Entscheidungen über die Zuschussvergabe sind in diesem Jahr weitgehend abgeschlossen. Für 96 Projekte und Einrichtungen wurden insgesamt 393.730 Euro Zuschüsse zugesagt.

 

Ist der Landschaftsverband Vorbild für einen künftigen Großkreis Südniedersachsen? „Die regionale Zusammenarbeit funktioniert bei uns auch deshalb so gut, weil es nicht um die strittigen politischen Themen geht“, schränkt der Geschäftsführer des Verbandes, Olaf Martin, ein. „Trotzdem sind im Kulturleben aber die zentralen Probleme der Region schmerzlich zu spüren: Bevölkerungsrückgang, Finanzknappheit der Kommunen und geringe Wirtschaftskraft.“ Das Publikum sei sehr aktiv, werde aber älter. Die Städte kürzen ihre Kulturzuschüsse. Und es mangele an Unternehmen, die sich im Kultursponsoring engagieren, so Martin. „Welche Folgen der Schwund an Einwohnern und an kommunalen Finanzmitteln für die Kultur haben wird, wird uns in der nächsten Zeit intensiv beschäftigen. Gemeinsam mit den betroffenen Kulturanbietern werden wir über die Konsequenzen bei der Programmgestaltung und für die Kulturpolitik nachdenken“, erläutert der Geschäftsführer bei der Vorstellung des Berichtes abschließend.

 


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Foto: © iStock

 

Published: 11/09/09