giersch

Wenn es draußen grünt, sprießen auch wieder die Wildkräuter. Wie wäre es da mit einer niedersächsischen Variante des typisch italienischen Basilikumpestos?


Hierfür eignet sich zum Beispiel prima der ein wenig in Vergessenheit geratene Giersch. Giersch ist ein Doldenblütler, den man an schattigen Ecken in Gärten, Parkanlagen und im Wald antrifft. Die auch als „Gichtkraut“ bekannte Pflanze wurde schon von den Römern als Gemüsepflanze genutzt und in Deutschland noch in jüngster Vergangenheit oftmals ähnlich wie Spinat zubereitet. Um ein Verwechseln mit anderen, giftigen Doldenblütlern wie z.B. dem Bärenklau zu vermeiden, sollte beim Sammeln darauf geachtet werden, dass die Stängel im Querschnitt dreieckig sind, die Blätter nach Petersilie und die Blüten nach Möhren duften und die Pflanze langes, dickes Wurzelwerk unter der Erde aufweist.

 

Giersch-Pesto (Zutaten für 4 Personen):


ca. 20 kleine, frische Gierschblätter ohne Stängel
10 g Pinienkerne
50 g Parmesan
50 g Pecorino
2 Knoblauchzehen
1 gestrichener Teelöffel Salz
10 Esslöffel Olivenöl

Alle Zutaten in einen Mörser geben und fein reiben, nach und nach mit dem Öl auffüllen. Das Pesto sollte von einer dünnen Ölschicht bedeckt sein. Wer keinen Mörser hat, kann auch die Küchenmaschine nehmen, Öl erst zufügen, wenn die Masse schon zerkleinert ist, dann gut durchrühren. Gut verschlossen hält sich das Giersch-Pesto 1-2 Wochen im Kühlschrank. Es passt gut zu allen Nudelsorten, zu Gemüsegerichten wie Ratatouille oder dünn als Brotaufstrich.



Hinweis: Giersch ist ein Wildkraut. Wie für alle Wildkräuter gilt auch für Giersch:

 

  • Nicht an verschmutzten oder schadstoffbelasteten Stellen sammeln, so z.B. nicht am Straßenrand oder Stadtpark.
  • Kräuter nicht in Plastiktüten transportieren, sondern luftig z.B. in einem Korb.
  • Die Ernte, ähnlich wie beim Pilzesammeln, zu Hause nochmals gründlich unter Zuhilfenahme eines Pflanzenbestimmungsbuchs betrachten. Buchtipp: Rita Lüder, Grundkurs Pflanzenbestimmung. Verlag: Quelle & Meyer
  • Schädlinge wie der Fuchsbandwurm sind vorallem in Süddeutschland eine Gefahr, trotzdem sollte in Ecken, in denen Füchse ihr Revier markieren, nicht gesammelt werden.
  • Ernte vor dem Verzehr gründlich waschen!

 

Foto: iStock