
Millionen Kinder sind weltweit giftigen Schadstoffen in Spielzeug ausgesetzt. Ungeachtet der Meldungen, wonach immer wieder Stoffe wie Blei, gesundheitsschädigende Weichmacher, sogenannte Phthalate, oder Formaldehyd in Spielzeug gefunden werden, lässt die Spielzeugindustrie dieser Tatsache bislang nur wenig Konsequenzen folgen.
Auf der 5. WHO-Ministerkonferenz für Umwelt und Gesundheit, die vom 10. bis 12. März in Parma stattfand, präsentierte sich daher erstmals die internationale Koalition für sicheres Spielzeug, die „Safe Toys Coalition“. Die Forderungen der Koalition, deren Ziel es ist, gesundheitsschädigende Chemikalien in Spielzeug weltweit zu verbieten, wurde mittlerweile von über 40 Organisationen in mehr als 30 Ländern unterzeichnet. „Das Bedrückende bei Gift in Spielzeug ist die Tatsache, dass hier auf Kosten der Gesundheit von Kindern Profit gemacht wird“, sagt Alexandra Caterbow, Spielzeugexpertin der Organisation Women in Europe for a Common Future (WECF) und Mitbegründerin der Safe Toys Coalition. „Viele dieser Stoffe, die nachweislich die Gesundheit beeinträchtigen, sind schlicht nicht nötig.“
Damit Spielsachen nicht krank, sondern Spaß machen, haben sich auf Initiative von WECF Organisationen aus verschiedenen Ländern zur Safe Toys Coalition zusammengeschlossen. Ziel der Koalition ist es, im Dialog mit Industrie, Politik und Verbrauchern weltweit für sicheres Spielzeug einzutreten. Die Safe Toys Coalition fordert unter anderem ein Verbot aller gefährlichen Chemikalien in Spielzeug, eine voll umgesetzte Gesetzgebung, ausreichende Kontrolle sowie eine sinnvolle Kennzeichnungspflicht.
Viele Spielsachen enthalten Chemikalien, die Kinder krank machen können: In Plastikspielzeug finden sich gefährliche Weichmacher, die das Hormonsystem schädigen können, in geleimten Holzpuzzles krebserregendes Formaldehyd, in Teddybären gesundheitsschädliche Flammschutzmittel. Das Paradoxe daran: Fast alle dieser gefährlichen Chemikalien könnten durch sichere ersetzt werden.
Kinder sind besonders gefährdet weil sie durch ihre im Verhältnis zum Gewicht größere Hautoberfläche, ihr höheres Atemvolumen und ihre erhöhte Stoffwechselrate mehr Schadstoffe aufnehmen. Außerdem befindet sich ihr Immun- und Nervensystem noch in der Entwicklung.
Gefährliche Schadstoffe finden sich auch in Kosmetik, Möbeln und anderen Alltagsprodukten. Kinder können damit einer Vielzahl von gefährlichen Chemikalien aus verschiedenen Quellen ausgesetzt sein. Selbst kleinste Mengen dieser Schadstoffe reichen jedoch aus, um ihre Entwicklung nachhaltig zu beeinträchtigen – manchmal ein Leben lang.
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