Banner
Banner

120119_ekgw_1

Gut besucht war am gestrigen Donnerstag der Neujahrsempfang des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende. In seiner Eröffnungsrede blickte dessen Medizinischer Geschäftsführer Prof. Dr. Michael Karaus auf ein erfolgreiches Jahr zurück und erläuterte die für 2012 anstehenden Vorhaben.


Gleich zu Beginn seiner Rede ging Karaus auf das Anfang des Jahres in Kraft getretene neue Versorgungsstrukturgesetz ein. Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen aus seiner Sicht Möglichkeiten, die bislang oftmals starke Trennung zwischen ambulantem und stationärem Sektor zu überwinden. Das Weender Krankenhaus möchte daher in Zukunft mit niedergelassenen Ärzten Partnerschaften eingehen, auch in fester vertraglicher Beziehung: "Die Tür für ambulante Partner steht weit offen", so der Medizinische Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende.

 

Wenig Positives hatte Karaus hinsichtlich der allgemeinen Finanzierung der Krankenhäuser zu vermelden. Hier habe auch im letzten Jahr wieder einmal gegolten, dass gerade die Krankenhäuser, die erfolgreich wirtschafteten und gleichzeitig ihre Versorgungsqualität verbesserten, am Ende sogar bestraft würden. So habe der Gesetzgeber beispielsweise in den letzten drei Jahren Gelder für die Einstellung von Pflegekräften zur Verfügung gestellt. Das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende habe daraufhin die Pflege um 21 Stellen erweitert. Nun aber sei die Förderung in das übliche Fallpauschalensystem integriert worden. Dies führe dazu, dass alle Krankenhäuser – auch die, die in den letzten Jahren keine weiteren Pflegekräfte eingestellt hätten – gleichermaßen profitierten. Die Folge für sein Krankenhaus: Sechs Stellen können möglicherweise nicht mehr refinanziert werden, was zu einer Kostensteigerung sechsstelligen Bereich führen würde.

120119_ekgw_2

 

Hinsichtlich der von der Politik gewünschten Effizienzsteigerungen betonte Karaus, dass das Vorgehen vieler privater Krankenhausketten kein Vorbild für ihn sei. Diese versuchten, Kosten zu senken, in dem sie zentralisierten und vereinheitlichten. Dabei bleibe oft eine an die Region angepasste Krankenhauspolitik auf der Strecke. Auch ein Personalabbau sei vielfach zu beobachten.

 

Für sein Krankenhaus komme all dies nicht in Betracht. Man verstehe sich als Krankenhaus mit allgemeinem Versorgungsauftrag für die Region. Auch eine Auswahl von Patienten nach Risikogruppen, wie vielfach längst üblich, komme für ihn nicht in Frage.

 

Das Evangelische Krankenhause Göttingen-Weende zeige, dass es anders gehe: Sein Haus sei wirtschaftlich gesund, mache Gewinn und verfüge über ein Polster für weitere Investitionen. Weiterhin werde auch neues Personal eingestellt und auf Qualität gesetzt.

 

Stolz sei man daher auch darauf, dass man 2011 und damit zum zweiten Mal das Qualitätssiegel der Techniker Krankenkasse bekommen habe, eine Auszeichnung, die ein Krankenhaus nur dann erhält, wenn es in einer Patientenbefragung in fünf Qualitätskategorien überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat.

 

Als wichtige Veränderung im Jahr 2011 nannte Karaus die Sanierung des OP-Bereichs, die den minimal-invasiven Schwerpunkt in der Allgemeinchirurgie gefördert habe. Ein großer Pluspunkt für Patienten: Jetzt können nicht nur bei geplanten Operationen, sondern auch im Notfall, das heißt in der Nacht und am Wochenende, Eingriffe minimal-invasiv durchgeführt werden.

 

Ausgebaut wurde auch die Wirbelsäulenchirurgie. Die sei vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ein wichtiger Schritt, erläuterte Karaus: „Die Menschen werden älter, die Wirbelsäule verändert sich. Bereits in den letzten Jahren hat der Bedarf an Wirbelsäulenchirurgie zugenommen.“

 

Darüber hinaus wurde im Bereich der Allgemeinchirurgie 2011 mit dem neuen Chefarzt Prof. Dr. Claus Langer eine ausgewiesene Viszeralchirurgie etabliert.

 

Außerdem wird das breite internistische Angebot des Krankenhauses bald durch eine eigene Herzkatheterdiagnostik ergänzt.

-----------------------------------------------------------------------------


Foto oben: Im Vodergrund Superintendent Pastor Heinz Behrends (l.) und Frank Czeczelski, Kaufmännischer Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende

 

Foto unten: Prof. Dr. Michael Karaus bei seiner Eröffnungsrede

-----------------------------------------------------------------------------

Fotos: © Robin Kreide

 

 

Published: 12/01/19