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Ein neuer Herzkatheter an der Universitätsmedizin Göttingen bringt ab sofort entscheidende Vorteile für Patienten und Ärzte.


Das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen verfügt ab sofort in seinem Katheterlabor über modernste Untersuchungs- und Operationstechnik. Die neue Technologie setzt Maßstäbe in Südniedersachsen. Vor allem den Patienten bringt die neue Anlage Vorteile: Sie arbeitet schneller, mit geringerer Strahlenbelastung, bildgenauer und schonender als bisherige Technologien.

 

Der neue Herzkatheter verfügt über eine innovative Röntgenanlage, mit der das Herz während der Untersuchung gleichzeitig aus zwei Perspektiven („biplan“) dargestellt werden kann. Eine volldigitale Bildverarbeitung, 3-D-Animationen des Herzens, Rotationsröntgen sowie ein eingebauter Ultraschall, der die Herzkranzgefäße von innen darstellen kann („intravaskulär“), sowie eine 3-D-Echokardiographie runden die hochmoderne neue Technologie ab. „Mit diesem Herzkathe-ter können wir Untersuchungen durchführen, die früher undenkbar waren. Für die Patienten in Göttingen und in der Region Südniedersachsen bietet diese neue Technologie einen Qualitätssprung und einen enormen Zugewinn an Ergebnissicherheit bei den Untersu-chungen“, sagt Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Vorsitzender des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen und Direktor der Abteilung Kardiologie und Pneumologie.

 

Mit der neuen, in Südniedersachsen einmaligen Technologie können die Göttinger Herz-spezialisten unter anderem Stents (Stützen) in teilverschlossenen Kleingefäßen exakt auswählen und platzieren. Eine innovative Software unterstützt den Arzt bei der genauen Vermessung von Engstellen in den Herzkranzgefäßen und bei der Platzierung der Gefäßstützen. Das neue Gerät zeigt dabei äußerst präzise das Größenverhältnis zwischen dem Stent und dem Durchmesser des Gefäßes an. Durch diese präzise Bildgebung unterstützt die Software den Eingriff und beschleunigt ihn. Das Gefäß und die Stützen sind immer in Echtzeit auf dem Monitor sichtbar.


Der so genannte „HeartNavigator“ kann die im Vorfeld erstellten dreidimensionalen Computertomographie-Bilder der Herzens mit den während des Eingriffs gewonnenen Bildern überlagern. Dadurch ist es jetzt möglich, einen Eingriff Schritt für Schritt zu planen, Ve-rmessungen des Herzens durchzuführen und das Vorgehen zu kalkulieren, bevor der eigentliche Eingriff erfolgt. Damit gewinnt der Arzt ein hohes Maß an Planungssicherheit und die Behandlung für den Patienten wird noch sicherer.

Ein weiterer Vorteil des neuen Herzkatheters ist die geringere Strahlenbelastung für Patient und Arzt: Durch ein spezielles Management der Dosierungen und eine konsequente Strahlenfilterung wird das Gerät genau auf den Patienten eingestellt. Damit kann eine bestmögliche Bildqualität bei geringer Strahlenbelastung erreicht werden. Mit der neuartigen Rotationsangiographie wird zudem die Belastung durch das benötigte Kontrastmittel verringert: Das System macht die Projektionen aus unterschiedlichen Perspektiven bei nur einmaliger Injektion möglich

Auch den ausführenden Ärzten bietet die neue Anlage deutliche Vorteile. Privatdozent Dr. Wolfgang Schillinger, Oberarzt in der Abteilung Kardiologie und Pneumologie, sagt: „Alle wesentlichen Module können während des Eingriffs direkt vom Kathetertisch aus gesteuert werden und sind fest in die Anlage integriert. Der bei älteren Katheteranlagen notwendige zeitraubende Aufbau von zusätzlichen Komponenten für Spezialuntersuchungen entfällt daher.“

 

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Das Foto zeigt (v. l.): Prof. Dr. Gerd Hasenfuß (Direktor Abt. Kardiologie und Pneumologie) und Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Schillinger (Abt. Kardiologie und Pneumologie).

 

 

Foto: © umg