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Rund 600 Gäste waren am gestrigen Donnerstag in die Göttinger Stadthalle zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt gekommen. In seiner Rede machte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) klar: Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung Göttingens ist in diesem Jahr gedämpfter Optimismus angesagt.


Dass 2012 kein weiteres Boomjahr für die deutsche und damit auch für die Göttinger Wirtschaft werde, darin seien sich alle Prognostiker einig, erläuterte Meyer.

 

Mit Blick auf das letzte Jahr hatte er jedoch Positives zu vermelden: Die Arbeitslosenzahlen in der Region sind auf einem historisch niedrigen Stand. Und erstmals seit vielen Jahren kann Göttingen ein Haushaltsjahr - das Jahr 2011 - mit einem Überschuss abschließen. Das sei zwar noch kein Durchbruch auf dem Weg in bessere Haushaltszeiten, sagte Meyer, aber ein durchaus nennenswerter Erfolg, der die Folge gestiegener Gewerbesteuereinnahmen und Sparanstrengungen sei.



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Anfang dieses Jahres stehe nun die breit angelegte öffentliche Beratung über ein Entschuldungshilfeprogramm des Landes im Vordergrund, kündigte Meyer an. Am Ende soll ein Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen abgeschlossen werden, der die Stadt von rund 140 Millionen Euro Schulden befreien könnte.



Voraussetzung für diese Entschuldung sind allerdings ausgeglichene Haushalte ab 2013. Ab dem 17. Februar haben die Göttinger Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, bei Veranstaltungen, im Internet auf einer speziell dafür eingerichteten Plattform und direkt im Rathaus sich mit ihren Ideen für die Umsetzung der Einsparungen zu beteiligen.



Meyer wies in seiner Rede auch darauf hin, dass es kein Zurück mehr auf dem Kurs ins Zeitalter der erneuerbaren Energien gebe und betonte: „Nicht nur deswegen bleiben Energie- und Klimaschutzpolitik erklärter Schwerpunkt für die Stadt.“

 

Ein Weg dorthin sei etwa der „Masterplan Klimaschutz 100 Prozent“, für den sich Göttingen aussichtsreich um Fördermittel beworben habe. Ziel des Plans ist es, die Emission von Treibhausgasen bis 2050 fast vollständig zu reduzieren. Dazu werde ein Klimaschutzmanagement eingerichtet, dessen Träger neben der Stadt die Universität Göttingen und die Stadtwerke Göttingen sein werden.

 

Dass 2012 die Diskussion um die Neuordnung der Region Südniedersachsen weitergehe, ist für Meyer klar: „Dass hier Handlungsbedarf besteht, haben nicht nur das Gutachten der Landesregierung, sondern auch das von uns gemeinsamen mit den Landkreisen Northeim, Göttingen und Osterode in Auftrag gegebene Zusatzgutachten festgestellt.“Angesichts eines zunehmenden Bevölkerungsrückgangs vor allem in den ländlichen Räumen dieser Kreise war sich Meyer am gestrigen Abend sicher: „ Der Zusammenschluss zu größeren Einheiten, verstärkte interkommunale Zusammenarbeit und die Verkleinerung der Verwaltungsapparate sind unvermeidbar.“


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Fotos: © Ingo Tinok

 

Published: 12/01/06