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Im Naturpark Münden liegt in der Nähe von Lödingsen ein kleiner Tümpel. Angelegt hat ihn vor einem Jahr die Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen. Hier soll der vom Aussterben bedrohte Laubfrosch angesiedelt werden. Finanziert hat das Anlegen des Gewässers und den Kauf der genutzten Fläche die Sparkasse Göttingen. Am gestrigen Montag waren Vertreter der Presse eingeladen, um sich über die Fortschritte dieses in der Region einmaligen Artenschutzprojekts zu informieren. 


Zu Beginn der Informationsveranstaltung verwies der Göttinger Landrat Reinhard Schermann als erster Vorsitzender des Naturparkpark Münden e.V. auf dessen lange Tradition und seine Verankerung in der Region. Der Naturpark Münden ist einer der ältesten Naturparks Deutschlands. Er wurde 1959 gegründet. Schermann lobte ausdrücklich den Kreistag, dass dieser trotz knapper Kassen mit dem neuen Haushalt auch einer Erhöhung der Naturpark-Förderung zugestimmt habe.

 

Dinah Stollwerck-Bauer, die Bürgermeisterin des Fleckens Adelebsen, zu dem die Ortschaft Lödingsen gehört, war ebenfalls anwesend. Auch Sie bestätigte, dass der Naturpark und die unter seinem Dach durchgeführten Projekte bei den Bürgerinnen und Bürgern auf viel positive Resonanz stoßen. Dies liege ihrer Erfahrung nach auch daran, dass es immer wieder gelinge, unterschiedliche Interessen, etwa die Belange der Landwirtschaft und die des Naturschutzes, zusammenzuführen.

 

Dr. Hans Günter Joger von der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen e.V. dankte zu Beginn seiner Erläuterungen zu dem von ihm betreuten Projekt dem ebenfalls anwesenden Vorsitzenden des Vorstandes der Sparkasse Göttingen, Rainer Hald, für die finanzielle Förderung des Artenschutzprojekts. Er lobte die äußerst gute und unkomplizierte Zusammenarbeit.

 

Das bei Lödingsen angelegte Gewässer ist etwa einen halben Meter tief. Erste Pionierpflanzen haben sich bereits angesiedelt. Die Frösche bleiben allerdings noch aus. Sie sind nach wie vor nur in einem rund 500 Meter entfernten Waldstreifen zu finden. „Erfahrungsgemäß kann es einige Jahre dauern, bis die Froschpopulation ihren Weg zum Tümpel findet und ihn besiedelt“, erläuterte Joger. Deshalb sei es auch so wichtig, dass die Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen e.V. dank der Spende der Sparkasse Göttingen nicht nur vorübergehende Pächterin sondern Eigentümerin der 3,3 Hektar großen, sumpfigen Wiesenfläche werden konnte, in der sich das Gewässer befindet.

 

Während Laubfrösche in den 1980er Jahren sogar noch in den Gartenteichen der Region vorkamen, sind sie in Südniedersachsen mittlerweile vom Aussterben bedroht. Früher waren sie in flachen, fischlosen, stehenden Gewässern in Überschwemmungsgebieten der Flüsse anzutreffen. Durch Flussbegradigungen verschwand dieser natürliche Lebensraum jedoch. Heute sind Laubfrösche auf künstlich angelegte flache Tümpel wie den in Lödingsen angewiesen.


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Foto: Engagieren sich für den Laubfrosch (v. l.): Landrat Reinhard Schermann, Dinah Stollwerck-Bauer, Sibylle Susat (Geschäftsführerin Naturpark Münden e.V.), Rainer Hald, Dr. Hans Günter Joger.

 

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Foto: © Robin Kreide

 

Published: 11/08/22