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Gestern präsentierte das Literarische Zentrum Göttingen sein neues Halbjahres-Programm offiziell der Presse. Viele Lesungen und Veranstaltungen sind prominent besetzt: Mit dabei unter anderem Günter Grass, der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther und Patrick Bahners, Feuilleton-Chef der FAZ.


„Die Besucherzahlen im letzen Halbjahr haben dem Konzept, verstärkt auf Kooperationen zu setzen, Recht gegeben“, zog Anja Johannsen, die Leiterin des Literarischen Zentrums, Bilanz. Auch für das neue Halbjahr konnten weitere Kooperationspartner gewonnen werden. Unter anderem das Göttinger Jazzfestival und das Göttinger Experimentallabor XLAB.

 

"Das Alter in der Literatur"

110707_pehntBestehende Kooperationen werden fortgesetzt. So wird auch in der Reihe „Das Alter in der Literatur“, die das Literarische Zentrum in Kooperation mit der Göttinger Eva-Meurer-Stiftung und dem Print- und Online-Magazin „in göttingen“ durchführt, erneut ein Buch vorgestellt, das sich mit dem Thema "Alter" beschäftigt: Im Dezember wird die Autorin Annette Pehnt aus ihrem Roman „Haus der Schildkröten“ lesen, der mit beeindruckend einfühlsamer Sprache den Alltag in einem Pflegeheim und die Gefühlswelt von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen beschreibt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

 



Spannende Lesungen und Podiumsdiskussionen

Im August wird Hirnforscher Gerald Hüther mit Wolfgang Vogelsaenger, dem Leiter der Christoph Lichtenberg Gesamtschule in Geismar und Regine Kiefer, der Leiterin des Göttinger Kei-Kindergartens im Alten Rathaus Göttingen darüber diskutieren, wie Kitas, Schulen und andere pädagogische Einrichtungen Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen unterstützen und dabei helfen können, jenseits von Medikamenten wie Ritalin einen selbstbestimmten Weg zu finden.

 

Günter Grass wird im September aus „Die Zeit - Mein Jahrhundert“ lesen. Patrick Bahners im Oktober aus seinem Buch „Die Panikmacher“, das er als Antwort auf Thilo Sarrazins Thesen versteht.

 

Im November widmet sich das Literarische Zentrum Göttingen Rahel Varnhagens literarischem Vermächtnis, das zurzeit im Göttinger Wallstein-Verlag neu herausgegeben wird. Darunter Briefe und Selbstzeugnisse, die eine sprachlich brillante Mischung aus Klatsch, philosophischen Reflexionen, Intrigen und Freundschaftsbekundungen darstellen. In den von Varnhagen veranstalteten Salons empfing sie die Geistesgrößen ihrer Zeit, darunter auch Heinrich Heine.

 

Neben vielen anderen Veranstaltungen sollten sich Fans des Literarischen Zentrums im Februar nächsten Jahres auf keinen Fall die Lesung von Joseph Vogl entgehen lassen. In seinem Buch "Das Gespenst des Kapitals" deutet er die Vorgänge auf den internationalen Börsenparketten als kulturelle Praktiken und legt damit die beängstigend irrationalen Strukturen unseres Finanzsystems frei.

 

"Literatur macht Schule"

Margrit Borcherding, die im Literarischen Zentrum für das Projekt „Literatur macht Schule“ zuständig ist, stellte ebenfalls neue Veranstaltungen vor. Das erfolgreiche Projekt will in Zusammenarbeit mit Schulen der Region den Kontakt zwischen Kindern, Jugendlichen und Literatur stärken. In diesem Halbjahr kommt Sams-Autor Paul Maar nach Göttingen und wird neben einer Lesung in der Paulinerkirche auch zwei Göttinger Schulen besuchen.

 

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Foto oben: Anja Johannsen (m.), Judith Preiß und Christian Dinger, die als Volontäre des Literarischen Zentrums neben Johannsen ebenfalls Teile des neuen Programms auf der Pressekonferenz vorstellten.

Foto Mitte: Annette Pehnt

Fotos unten: Gerald Hüther, Günter Grass, Patrick Bahners, Rahel Varnhagen

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Fotos: © Robin Kreide, Arne Schultz, Franziska Hüther, Gerhard Steidl, Johannes Loewe, Wallstein Verlag

 

Published: 11/07/08