
Von ihrem Felsen aus hellem Muschelkalk aus überragt sie weithin sichtbar das Leinetal. Das Felsgestein hat ihr auch den Namen verliehen: Plesse steht für „hell“ und leitet sich von „Blässe“ ab. Ihr markanter, über 20 Meter hoher Bergfried hat bis zu vier Meter dicke Mauern und war ursprünglich nur durch eine Pforte in 10 Metern Höhe zugänglich. So ließ es sich gut gegen Belagerer trutzen. Neben den Gleichen war die Plesse im 18. und 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel der Göttinger Studentenschaft. Auch Johann Wolfgang von Goethe, der bekanntermaßen überall war, ließ sich die Plesse nicht entgehen: Er besuchte sie 1801.
Und ein Besuch lohnt sich noch heute. Wer nicht mit dem Auto bis fast vor das Burgtor fahren möchte, kann sie erwandern. Von der Polizei in Weende aus sind es gut 6 km Kilometer; am Beginn der Wanderung geht es stramm bergan. Wer abkürzen möchte, fährt mit dem Auto ein wenig weiter bis nach Deppoldshausen und wandert von dort 3 km bis zur Burg. Mit dem Fahrrad lässt sich gut von der B27 aus auf dem Parkplatz zwischen Waake und Roringen (im Bereich des dreispurigen Ausbaus) Richtung Plesse aufbrechen. Von hier sind es rund 11 km bis zur Burg, die Strecke ist ausgeschildert. Ein Abstecher zum Hünstollenturm lohnt sich und bietet einen Ausblick auf den Seeburger See und den Harz. Auf der Plesse lädt die Burgschenke mit ihren passend zur Jahreszeit im Angebot befindlichen Frühlingsgerichten und einer Grillstation zur Einkehr ein: Ein Luxus, den die Göttinger Studentenschaft vergangener Jahrhunderte nicht hatte. Ihnen blieb nur die Romantik der Ruine.
Foto: © Remmers